“Dein Leib ist meine Bastion. Ich rolle mich in dich hinein vor dem grausigen Alltag und lasse die Stunden verrinnen. Es ist kalt in der nackten Altbauwohnung, weil ich nicht geheizt habe, weil die Kohleneimer schwer und schmutzig sind. So ist es still und kalt, nur dein Leib atmet und wirft seine Hitze auf mich. Es schauert mir zwischen deiner Wärme und der scharf kalten Luft im Zimmer, die unter die Decke kriecht. Lärm und Bewegung bleiben draußen und der Morgen spuckt nur sein fahles Licht zu uns hinein. Es ist schwer, sich zu regen, denn da lauert die quälende Notwendigkeit des Tuns, das meinen Willen anfrisst. Ich verwerfe diese ersten bewussten Gedanken und rolle mich tiefer in den Dämmerzustand, tiefer in deinen Leib. Da ist die letzte Wärme der Nacht.”
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Dein Leib.
M. Schönwetter
